Chilis – Anbau, Inhaltsstoffe, Rezepte

Chiliernte in unserem Garten

Chilis (lat. Capsicum frutescens) gehören zur Familie der Solanaceae (Nachtschattengewächse).

Kultivierung im Garten

Freiland-Chilipflanze in unserem Permakulturgarten
Chilipflanze im Freiland

Zwei Chili-Pflanzen zu setzen war eine Spontanidee meiner Mum und es bedurfte einiger Überredungskunst ihrerseits, da ich zu Beginn ein wenig skeptisch war. Glücklicherweise ließ ich mich überzeugen. Obwohl ich immer Chilipulver für meine Currys sowie Reis-und Pastagerichte verwendet habe, war ich mir zunächst unsicher. Aber die Speisen mit einer frischen Chili zuzubereiten, hebt die Mahlzeiten auf ein geschmacklich höheres Level.

Anbau

Sowohl im Gewächshaus als auch im Freiland sind beide Pflanzen sehr ertragreich, so dass wir von Juni bis in den Oktober 2015 eine beträchtliche Menge der scharfen Schoten ernteten. Beide Exemplare trugen darüber hinaus noch ausreichend Früchte.
Aus ihnen hat meine Mutti dann das Saatgut für die nachfolgenden Jahre gewonnen. Dafür hat sie die Schoten zunächst längs aufgeschnitten und mit Handschuhen die Samen aus den Scheidewänden herausgepoolt. Diese hat sie dann mit Anzuchterde in vorgewässerte Pikiertöpfchen ausgesät. Die Töpfe haben wir in Heizungsnähe platziert, um den Keimvorgang zu beschleunigen und ausreichend bewässert. Nach gut 14 Tagen waren bereits erste Resultate sichtbar. Im April bis Mai setzen wir dann die Zöglinge ins Freiland.

Optimale Bedingungen

Als gute Vorgängerkulturen zur Pflanzung von Chilis bieten sich beispielsweise Möhren, Zwiebeln, Kohlgemüse, Gurken, Getreide, Kürbis und Zucchini an.
Ungünstig hingegen: andere Nachtschattengewächse wie Kartoffeln, Tomaten, Paprikas oder Auberginen.

Wertvolle Inhaltsstoffe und Funktionen

Vitamine

  • Vitamin C (ca. 120 mg): Stimulierung des Immunsystems, Antioxidans und Radikalfänger, Hormonsynthese, Aufbau von Knochen und Bindegeweben sowie Zähnen
  • Vitamin E (ca. 1 mg): Abwehr von Bakterien, Antioxidans und Radikalfänger, Schutz der mehrfach ungesättigten Fettsäuren vor Oxidation, Signaltransduktion

Mineralstoffe

  • Kalium (ca. 290 mg): Regulation des Wasser- und Säure-Basen-Haushalts, Reizübertragung, Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichts, Muskelkontraktion, Enzymaktivator, Herzfunktion
  • Magnesium (ca. 20 mg): Enzymaktivator bzw. Inhibitor, Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes, Reizübertragung, Synthese von Fettsäuren und Proteinen, Kontrolle der Muskelkontraktion (extrazellulär als Calcium-Antagonist)

Weitere

  • ätherische Öle: Heilwirkung auf Verdauungstrakt
  • Antioxidantien (z.B. Carotinoide): Radikalfänger, Schutz der Körperzellen, Hormonsynthese, Immunreaktion
  • Alkaloide (z.B. Capsaicin): Scharfstoff, Gefäßerweiterung, Schmerzlinderung (äußerlich)
  • Flavonoide (z.B. Hesperidin, Rutin): Schutz vor freien Radikalen

Die Mengenangaben beziehen sich auf 100 g des entsprechenden Lebensmittels und dienen zur groben Orientierung, denn sie stellen lediglich Durchschnittswerte dar. Da es sich um Naturprodukte handelt, können die Werte Schwankungen unterliegen.

Lagerung

Die Lagerung der Chilis gestaltet sich relativ unkompliziert. An trockenen, kühlen Orten beträgt ihre Haltbarkeit mehrere Wochen. Frische Chilis lassen sich in 4-6 Wochen an der Luft trocknen. Daraus kannst du dann das entsprechende Pulver gewinnen.

Verarbeitung

Wie erwähnt integriere ich Chilis in sämtliche Mittagsgerichte – vor allem in Currys oder Kartoffelpfannen. Sie sind immer mit von der Partie, denn ich esse gern sehr scharf. Aus diesem Grund verbleiben auch die Scheidewände inklusive ihrer Kerne im Gericht. Solltest du Schärfe nicht gewöhnt sein, dann entferne sie und kratze die Kerne heraus. Weiterhin finden sie ihren Weg in Saucen oder Dips sowie in getrockneter Form in Rohkostcracker.
Darüber hinaus kannst du die Schoten problemlos im Ganzen einfrieren. Alternativ kannst du sie allerdings auch waschen, die Scheidewände und Samenkörner entfernen und in Gefrierbeuteln luftdicht verschlossen einfrosten. Auf diese Weise halten sie 1 Jahr.

Vegane Rezepte

Abschließend findest du hier noch einige gesunde und vollwertige Rezeptinspirationen, die du aus Chilis zaubern kannst. Dementsprechend verzichten sie wie immer auf Zusatzstoffe und Gluten.

Falls ihr Fragen, Anregungen oder Tipps habt, dann postet mir gern euer Feedback in den Kommentaren oder via Facebook.


Quellen:

Die dargelegten Informationen entstammen hauptsächlich dem Erfahrungsschatz meines Opas, meiner Mutti und mir sowie meinen Mitschriften aus den folgenden Vorlesungen meines Pharmaziestudiums an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena von 2003 – 2007 und der nachfolgenden Literatur:

  • Vorlesung: “Pharmazeutische Biologie” aus dem 1.-3. Semester – Dozent: Dr. Bernd Liebermann
  • Vorlesung: „Ökotrophologie“ aus dem 4. Semester – Dozent: PD Dr. Volker Böhm
  • Vorlesung: “Biochemie” aus dem 5. Semester – Dozent: Prof. Dr. Thomas Winckler
  • Hofmann, I.; Carlsson, S.: Die große Ernährungstabelle, 2. Auflage, Bassermann Verlag, 2006
  • Souci, S.; Fachmann, W.; Kraut, H.: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwerttabellen, 8. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016
  • Software NutriGuide® by Nutri Science GmbH, 2017: Jacobistraße 39, 79104 Freiburg

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