Datteln: großartiges Brot der Wüste

Datteln als natürliches Süßungsmittel

Als Datteln werden die Früchte der Echten Dattelpalme (lat. Phoenix dactylifera) bezeichnet. Das “Brot der Wüste” – wie sie ferner genannt werden –  gehört zur Familie der Arecaceae (Palmengewächse). Datteln werden in drei Formen im Handel angeboten: frisch, tiefgefroren sowie getrocknet. Die ersten beiden Varianten finden sich allerdings seltener. Frische Exemplare werden meist im Bioladen oder Reformhaus veräußert.

Die bekanntesten Sorten

Die Datteln, die ich konsumiere sind dehydriert und erfüllen die Anforderungen der Rohkostqualität, da sie erntereif in der Sonne getrocknet werden. Achte generell beim Kauf von Trockenfrüchten darauf, dass sie ungeschwefelt, ungezuckert, frei von Konservierungsstoffen sind und möglichst Bioqualität aufweisen. Gerade geschwefelte Früchte können zu Kopfschmerzen oder Magenbeschwerden führen. Hierbei werden sie während der Trocknung mit Schwefeldioxid versetzt, um das Nachdunkeln zu unterbinden.

Medjoul-Datteln

Eine der beliebtesten Sorten mit einer dünnen und feinen Haut. Weiterhin charakteristisch: ihr festes, saftiges Fruchtfleisch mit einem karamellig-honigähnlichen Geschmack. Von allen Sorten sind sie am größten, so dass bereits 1-2 Stück zum Süßen völlig ausreichen.

Deglet-Nour-Datteln

Aus dem Arabischem übersetzt, bedeutet es soviel wie “Finger des Lichtes”. Diesen Namen verdanken sie ihrem extrem hellen Fruchtfleisch. Von der Konsistenz her sind sie etwas fester und faseriger als beispielsweise die Medjoul-Datteln. Mir persönlich sind sie viel zu süß, so dass ich sie relativ selten verwende.

Sukkari-Datteln

Die Lieblingssorte meiner Mutti, die ihren Namen – nämlich “Zucker” – alle Ehre erweist. Der Gehalt variiert je nach Erntezeit – je reifer die Datteln, umso härter. Wenn sie früher geerntet werden, dann schmecken sie fruchtiger und cremiger mit einer leicht nussigen Note.

Mazafati-Datteln

Sie gelten als die qualitativ hochwertigste Dattelsorte. Mazafatis zeichnen sich vor allem durch ihre cremig-weiche Konsistenz aus, so dass sie beim Verzehr auf der Zunge verschmelzen. Die Datteln schmecken sehr saftig und weisen eine angenehme Süße auf, die durch eine feine Karamellnote ergänzt wird. Aufgrund dessen gehören auch sie zu den Favoriten meiner Mutti.

Wertvolle Inhaltsstoffe und Funktionen

Vitamine

  • Vitamin B6 (ca. 0,1 mg): Protein- und Fettstoffwechsel, Hämoglobinbildung (roter Blutfarbstoff), Immunfunktion, Bildung von Botenstoffen, Beeinflussung der Hormonaktivitäten
  • Folsäure (ca. 20 µg): Zellteilung sowie Neubildung, Blutbildung, Coenzym im Aminosäurestoffwechsel
  • Niacin (ca. 2 mg): Energiegewinnung (z.B. wasserstoffübertragendes Coenzym im gesamten Stoffwechsel), Regeneration von Haut und Muskeln, DNA-Replikation, Zelldifferenzierung

Mineralstoffe

  • Calcium (ca. 65 mg): Bausubstanz für Knochen und Zähne, Blutgerinnung, Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes, Regulation des Herzrhythmus, Muskelkontraktion, Impuls- bzw. Reizübertragung an Nerven (intrazellulärer Messenger), diverse Enzymaktivitäten
  • Eisen (ca. 2 mg): Hämoglobin- und Myoglobin-Bestandteil, Sauerstoffspeicherung sowie Transport, Energiegewinnung, Immunabwehr, Baustein von Enzymen
  • Kalium (ca. 650 mg): Regulation des Wasser- und Säure-Basen-Haushalts, Reizübertragung, Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichts, Muskelkontraktion, Enzymaktivator, Herzfunktion
  • Kupfer (ca. 300 µg): Produktion der Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Enzymbestandteil, Stärkung der Immunfunktion
  • Magnesium (ca. 50 mg): Enzymaktivator bzw. Inhibitor, Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes, Reizübertragung, Synthese von Fettsäuren und Proteinen, Kontrolle der Muskelkontraktion (extrazellulär als Calcium-Antagonist)
  • Phosphat (ca. 60 mg): Aufbau und Festigung der Knochen und Zähne, Energiequelle im Zellstoffwechsel (in Form von ATP), Beteiligung am Säure-Basen-Haushalt als Phosphat-Puffersystem, Bestandteil von Amino- und Nukleinsäuren
  • Zink (ca. 0,5 mg): Enzymaktivator und Bestandteil, Wachstumsvorgänge (Bestandteil von Transkriptionsfaktoren), Insulintransport sowie Speicherung, Immunfunktion (z.B. Transformation von T-Lymphozyten)

Weitere

  • Ballaststoffe: Verdauungsförderung
  • Aminosäuren (z.B. Tryptophan etc.): Bildung von Melatonin (Hormon, welches den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert)

Die Mengenangaben beziehen sich auf 100 g des entsprechenden Lebensmittels und dienen zur groben Orientierung, denn sie stellen lediglich Durchschnittswerte dar. Da es sich um Naturprodukte handelt, können die Werte Schwankungen unterliegen.

Lagerung

Frische Datteln halten sich im Gemüsefach des Kühlschranks maximal 4-5 Tage. Beim Kauf solltest du darauf achten, dass sie eine pralle und schwach glänzende Hautschicht aufweisen. Die dehydrierte Variante hingegen besitzt aufgrund des Wasserentzuges während des Trocknungsprozesses eine extrem lange Haltbarkeit, wenn sie kühl, luftdicht verschlossen und trocken gelagert wird. Das “Brot der Wüste” darf dementsprechend in meinem Vorratsschrank nicht fehlen.

Verarbeitung

Die Früchte dienen mir aufgrund ihres honigsüßen, nougatartigen Geschmacks neben überreifen Bananen, Mangos, Kakis sowie unseren garteneigenen Obstsorten in erster Linie als Süßungsmittel. Ob als pürierte Früchte oder als Dattelcreme in Gebäcken, Dips und Brotaufstrichen – sie sorgen für die ausreichende notwenige Süße, so dass ich niemals auf künstlichen Kristallzucker zurückgreife.
In Kombination mit Kakaobohnen, mit denen du sie füllen kannst, erhältst du einen schnellen und wahnsinnig leckeren Schoko-Snack für zwischendurch aus lediglich zwei Zutaten. Im Sommer bilden sie neben Cashews oder Kokosraspeln die Grundlage meines rohveganen Eisrezeptes – laut meiner Mutti das beste der Welt.

Vegane Rezepte

Abschließend findest du hier noch einige gesunde und vollwertige Rezeptinspirationen, die du aus Datteln zaubern kannst. Dementsprechend verzichten sie wie immer auf künstlichen Zuckerzusatz und Gluten.

Falls du Anregungen, Fragen oder Ergänzungen hast, dann teile deine Erfahrungen gern in den Kommentaren oder in der Facebook-Gruppe.


Quellen:

Die dargelegten Informationen entstammen hauptsächlich dem Erfahrungsschatz meines Opas, meiner Mutti und mir sowie meinen Mitschriften aus den folgenden Vorlesungen meines Pharmaziestudiums an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena von 2003 – 2007 und der nachfolgenden Literatur:

  • Vorlesung: “Pharmazeutische Biologie” aus dem 1.-3. Semester – Dozent: Dr. Bernd Liebermann
  • Vorlesung: „Ökotrophologie“ aus dem 4. Semester – Dozent: PD Dr. Volker Böhm
  • Vorlesung: “Biochemie” aus dem 5. Semester – Dozent: Prof. Dr. Thomas Winckler
  • Hofmann, I.; Carlsson, S.: Die große Ernährungstabelle, 2. Auflage, Bassermann Verlag, 2006
  • Souci, S.; Fachmann, W.; Kraut, H.: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwerttabellen, 8. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016
  • Software NutriGuide® by Nutri Science GmbH, 2017: Jacobistraße 39, 79104 Freiburg

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