Eigene Champignons – geniales “ESSperiment”

Selbst gezogene Champignons

Pilze begeistern mich seit der frühesten Kindheit. Diese interessanten Lebewesen, welche ein eigenes Reich zwischen Tieren und Pflanzen bilden, übten schon immer eine große Faszination auf mich aus, so dass ich stundenlang in meinem kleinen Pilzbuch schmökerte. Natürlich trägt auch ihr leckerer Geschmack dazu bei, dass ich zu den überzeugten Pilzfans zähle. Mein absoluter Favorit unter den Speisepilzen: schlicht und ergreifend der Champignon, gefolgt vom Steinpilz. Auch Austernseitlinge und Shitake-Pilze finde ich äußerst delikat. Aus diesem Grund freue ich mich umso mehr, dass sich eigene Champignons so einfach und unkompliziert züchten lassen.

Champignons sind super gesund

Dank ihrer wertvollen Inhaltsstoffe bilden sie einen wichtigen Pfeiler meiner pflanzlichen Vitalkosternährung. Neben den Vitaminen B1/B2 enthalten Champignons Vitamin K, Biotin und Folsäure. Weitere wichtige Inhaltsstoffe: Kalium, Kupfer, Phosphor, Selen und Eisen. Mit einem Proteingehalt von ca. 4% liefern sie uns mehr Eiweiß als die meisten Gemüsesorten, so dass sie auch für alle Veganer – neben den Hülsenfrüchten – eine interessante Fleischalternative darstellen.

Früher verbreitet, heute Mangelware

Meine Mutti berichtet mir oft aus früheren Zeiten, in denen die Wiesen hinter unserem Elternhaus von Champignons übersät waren. Sie benötigte keine halbe Stunde, um ihren Sammelkorb zu füllen und einer 5-köpfigen Familie eine ausgiebige Pilzmahlzeit zuzubereiten. Leider gehört diese Pilzära längst der Vergangenheit an. Der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft verdrängte die Pilze zu Gunsten von Weideflächen für “Nutztiere”. Der Gedanke eigene Champignons zu züchten, beschäftigte mich schon eine ganze Weile. Aus meiner Bio-Kleingärtnerei des Vertrauens besorgte ich mir kurzerhand ein Pilzzuchtset bestehend aus einer Tüte mit angefeuchteter Deckerde, einer gelochten Abdeckfolie sowie einem fertigen Champignonsubstrat, welches mit weiß-braunem Pilzmyzel besiedelt ist.

Anleitung zur Pilzzucht in Kurzform

Zunächst richtet man die Faltdeckel vertikal nach oben aus und stülpt die Folienränder darüber, um den Karton vor Feuchtigkeit zu schützen. Anschließend verteilt man die Deckerde locker über dem Pilzsubstrat und legt die Folienabdeckung wieder auf. Die so präparierte Kultur stellt man dann bei 18°C-24°C auf.

Nach ca. 14 Tagen expandiert das Pilzmyzel über die gesamte Deckerde. Zu diesem Zeitpunkt muss die Folienabdeckung über die Ränder der Faltdeckel gezogen werden, so dass eine Art Mini-Gewächshaus mit guter Durchlüftung und hoher Luftfeuchtigkeit entsteht. Jetzt darf die Kultur nur noch bei 15°C-18°C aufgestellt werden. Zu diesem Zeitpunkt bilden sich bereits kleine Pilze, die du auf keinen Fall bewässern darfst, weil so das Wachstum stoppen würde. Dann kannst du zuschauen wie schnell die Pilze sprießen.

Sobald ihre Huthaut aufreißt, sind die Champignons erntereif. Dazu drehst du sie vorsichtig heraus und entfernst die kompletten Stielreste, um Insektenbefall vorzubeugen. Ich habe nach der ersten Erntewelle ca. 800 g Pilze erhalten. Du musst das Gewicht unbedingt registrieren, da genau die äquivalente Menge an Wasser (in meinem Fall 800 ml) allmählich hinzugefügt wird. Ingesamt erreiche ich bei den Kulturen 3-4 Erntewellen. Meine bisherige Maximalausbeute betrug 1,5 kg.

Wie sollten Champignons am besten gelagert werden?

Champignons solltest du am besten frisch verarbeiten, da sie bei längerer Lagerung eine schwammige Konsistenz bekommen. Im Obst- und Gemüsefach des Kühlschranks halten sie sich maximal 2-3 Tage. Die Pilze solltest du luftig und locker lagern. Wenn du die Champignons lose kaufst, kannst du sie direkt in einer Papiertüte aufbewahren. Sind sie in Kunststoffschälchen verpackt, dann entnimm unbedingt die Folie und lege diese nur noch locker auf.

So bereite ich Champignons am liebsten zu

Sollte man Champignons waschen? Eine Frage, die selbst unter den Gourmetköchen Dispute auslöst. Ich persönlich spüle meine Pilze nie unter fließendem Wasser ab, sondern säubere sie nur mit einem Backpinsel oder einem leicht befeuchteten Küchentuch. Wässrige oder verfärbte Stellen schneide ich heraus, trenne die Stielenden ab und putze die Lamellen mit Hilfe eines kleinen Kneipchens. Große Exemplare schneide ich dann noch in mehr oder weniger gleichförmige Stückchen. Und that’s it. Damit sind die Champignons bereits fertig präpariert zum Verarbeiten. Zunächst lege ich sie über Nacht in meiner Basismarinade ein, dann trockne ich sie über mehrere Stunden im Dörrgerät. Eigene Champignons entfalten noch einmal ein ganz besonderes Aroma, so dass sie sowohl meine Familie als auch mich komplett überzeugt haben. Bereits roh schmecken sie super intensiv, waren weder schwammig noch wässrig, aber mariniert und gedörrt sind sie sie der absolute Traum!

Wie du siehst, gestaltet sich die Pilzzucht extrem einfach. Wenn du Champignons und Co. mindestens genauso liebst wie ich, dann probiere diese Methode unbedingt mal aus und teile deine Erfahrungen in den Kommentaren. Weitere Inspirationen findest du bei mir auf Instagram.

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