Erdbeeren – Anbau, Inhaltsstoffe, Rezepte

Erdbeerente in unserem Permakulturgarten

Erdbeeren (lat. Fragaria ananassa) gehören zur Familie der Rosaceae (Rosengewächse).

Kultivierung im Garten

Häufig als “Königin der Beeren” bezeichnet, gehört sie allerdings gar nicht zu den Beerenfrüchten, sondern wird botanisch den Sammelnussfrüchten zugeordnet. Neue Erdbeerpflanzen gewinnen wir immer aus Ablegern unserer vier genialen und super aromatischen Sorten.

Vier großartige Sorten

Unsere älteste – die berühmte, aber leider auch recht anfällige “Mieze Schindler” – wurde noch von meinem Opa gesetzt. Darüber hinaus bereichert die auch recht populäre “Senga Sengana” unser Repertoire. Sie bietet zwar sehr große und aromatische Früchte, liefert aber wesentlich geringere Erträge als die anderen Pflänzchen.
Als ganzjährige Spezies kultivieren wir noch “Korona” und “Ostara”. Sie erweisen sich als absoluter Glücksgriff und erfreuen uns mit reichhaltigen Ernten bis weit in den Oktober hinein.

Vermehrung der Erdbeeren

Meine Mutti gewinnt die Setzlinge für die kommende Saison immer aus Ablegern der Stammpflanzen. Aus diesem Grund hüten wir die Senker wie unseren Augapfel. Meine Mum verpflanzt sie zuerst in kleine Töpfchen und lagert sie zunächst im Gewächshaus. Nach Abschluss der Erdbeerernte werden sie dann auf die für sie vorgesehenen Areale gesetzt. Da unser Gartenboden sehr fruchtbar und nährstoffreich ist, bleiben die Pflanzen einige Jahre hintereinander am selben Standort.

Optimale Bedingungen

Als gute Vorgängerkulturen für Erdbeeren erweisen sich Zwiebeln, Möhren, Rüben, Hülsenfrüchte sowie Knoblauch; während Kartoffeln, Tomaten, Auberginen, Paprika, Gurken und Kohlsorten weniger geeignet sind.
Wir ernten unsere Erdbeeren vor allem im Laufe des Vormittags, wenn sie einen möglichst trockenen Zustand aufweisen, denn das verbessert ihre Lagerfähigkeit.

Wertvolle Inhaltsstoffe und Funktionen

Vitamine

  • Vitamin C (ca. 60 mg): Stimulierung des Immunsystems, Antioxidans und Radikalfänger, Hormonsynthese, Aufbau von Knochen und Bindegeweben sowie Zähnen
  • Vitamin H (ca. 5 µg): Kohlenhydrat-, Protein-, Fettstoffwechsel, Aufbau und Gesundheit von Haut und Haaren sowie Nägeln
  • Folsäure (ca. 45 µg): Zellteilung sowie Neubildung, Blutbildung, Coenzym im Aminosäurestoffwechsel
  • Niacin (ca. 0,8 mg): Energiegewinnung (z.B. wasserstoffübertragendes Coenzym im gesamten Stoffwechsel), Regeneration von Haut und Muskeln, DNA-Replikation, Zelldifferenzierung

Mineralstoffe

  • Calcium (ca. 25 mg): Bausubstanz für Knochen und Zähne, Blutgerinnung, Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes, Regulation des Herzrhythmus, Muskelkontraktion, Impuls- bzw. Reizübertragung an Nerven (intrazellulärer Messenger), diverse Enzymaktivitäten
  • Eisen (ca. 1 mg): Hämoglobin- und Myoglobin-Bestandteil, Sauerstoffspeicherung sowie Transport, Energiegewinnung, Immunabwehr, Baustein von Enzymen
  • Kalium (ca. 150 mg): Regulation des Wasser- und Säure-Basen-Haushalts, Reizübertragung, Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichts, Muskelkontraktion, Enzymaktivator, Herzfunktion
  • Magnesium (ca. 15 mg): Enzymaktivator bzw. Inhibitor, Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes, Reizübertragung, Synthese von Fettsäuren und Proteinen, Kontrolle der Muskelkontraktion (extrazellulär als Calcium-Antagonist)
  • Mangan (ca. 200 µg): Enzymbestandteil bzw. Aktivator (z.B. im Kohlenhydrat-, Fett-, Protein-, Vitamin-B-Stoffwechsel), Protein- und Fettsäuresynthese, Insulinsynthese und Sekretion (Stabilisierung des Blutglucosespiegels), Harnstoffbildung, Energiegewinnung in Mitochondrien
  • Phosphat (ca. 25 mg): Aufbau und Festigung der Knochen und Zähne, Energiequelle im Zellstoffwechsel (in Form von ATP), Beteiligung am Säure-Basen-Haushalt als Phosphat-Puffersystem, Bestandteil von Amino- und Nukleinsäuren
  • Zink (ca. 0,5 mg): Enzymaktivator und Bestandteil, Wachstumsvorgänge (Bestandteil von Transkriptionsfaktoren), Insulintransport sowie Speicherung, Immunfunktion (z.B. Transformation von T-Lymphozyten)

Weitere

  • Antioxidantien (z.B. β-Carotin): Radikalfänger, Schutz der Körperzellen

Die Mengenangaben beziehen sich auf 100 g des entsprechenden Lebensmittels und dienen zur groben Orientierung, denn sie stellen lediglich Durchschnittswerte dar. Da es sich um Naturprodukte handelt, können die Werte Schwankungen unterliegen. Mit einer großen Schale deckst du bereits deinen Tagesbedarf an Vitamin C.

Lagerung

Erdbeeren sind relativ schlecht lagerfähig. Im Obst- und Gemüsefach des Kühlschranks halten sie maximal 1-2 Tage bevor sie beginnen zu schimmeln. Du solltest sie am besten auf einem großen Sieb, welches du mit Küchenpapier auslegst und dann über einer Schale platzierst, aufbewahren. Dabei sollten sie sich nicht allzu sehr überlappen.
Achte beim Kauf generell darauf, dass sie weder grüne noch matschige Stellen aufweisen und natürlich frei von Schimmel sind. Erwerbe sie möglichst saisonal, regional und in Bioqualität, denn die konventionellen gehören zu den Obstsorten, die am stärksten mit Pestiziden belastet sind. Im Herbst/ Winter Erdbeeren aus Ägypten zu beziehen, erweist sich in meinen Augen als absolut sinnfrei.

Verarbeitung

Bei großen Mengen empfiehlt sich das Einfrosten: dazu werden sie gewaschen, vom Stiel befreit, abgetrocknet und nebeneinander ohne Berührung auf einem Backblech für 3 Stunden vorgefroren (“rollendes Einfrieren”). Nach dieser Zeit überführst du sie in TK-Beutel und frostest sie luftdicht verschlossen ein. Sie halten sich ungefähr 8 Monate und erhalten beim Auftauen ihre Form. Diese Variante eignet sich vor allem, wenn du die Beeren über die Wintermonate als Kompott oder in Müslis verarbeiten willst.
Wenn du die Früchte – wie ich – in der kalten Jahreszeit zur Herstellung von Konfitüre, für Obstleder oder auch Smoothies verwendest, kannst du diesen Schritt überspringen und sie direkt einfrieren.

Vegane Rezepte

Abschließend findest du hier noch einige gesunde und vollwertige Rezeptinspirationen, die du aus Erdbeeren zaubern kannst. Dementsprechend verzichten sie wie immer auf künstlichen Zuckerzusatz und Gluten.

Falls du Anregungen, Fragen oder Ergänzungen hast, dann teile deine Erfahrungen gern in den Kommentaren oder via Facebook.


Quellen:

Die dargelegten Informationen entstammen hauptsächlich dem Erfahrungsschatz meines Opas, meiner Mutti und mir sowie meinen Mitschriften aus den folgenden Vorlesungen meines Pharmaziestudiums an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena von 2003 – 2007 und der nachfolgenden Literatur:

  • Vorlesung: “Pharmazeutische Biologie” aus dem 1.-3. Semester – Dozent: Dr. Bernd Liebermann
  • Vorlesung: „Ökotrophologie“ aus dem 4. Semester – Dozent: PD Dr. Volker Böhm
  • Vorlesung: “Biochemie” aus dem 5. Semester – Dozent: Prof. Dr. Thomas Winckler
  • Hofmann, I.; Carlsson, S.: Die große Ernährungstabelle, 2. Auflage, Bassermann Verlag, 2006
  • Souci, S.; Fachmann, W.; Kraut, H.: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwerttabellen, 8. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016
  • Software NutriGuide® by Nutri Science GmbH, 2017: Jacobistraße 39, 79104 Freiburg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.