Gurken – Anbau, Inhaltsstoffe, Rezepte

Gurkenernte in unserem Permakulturgarten

Gurken (lat. Cucumis sativus) gehören zur Familie der Cucurbitaceae (Kürbisgewächse). 

Kultivierung im Garten

Mein Opa hat nach jahrelangem Experimentieren fünf geniale Sorten („Corentine“, die Einlegegurke „Fatum“, „Fitness“, „Loustik“ sowie die Salatgurke „Swing“) für uns etabliert, die Mutti und ich auch heute noch verwenden. Darüber hinaus bereichert die Pflanze “Mini-Deltastar” noch unser Gewächshaus.

Anbau

Gurkenpflanze in unserem Permakulturgarten
Gurkenpflanze im Gewächshaus

Anfang April kultivieren wir die Pflänzchen in Anzuchttöpfen vor ehe wir sie bis zur Verwendung im Gewächshaus bei einer Temperatur von ungefähr 15°C lagern. Vor der Pflanzung lassen wir die Samen zuerst 2-3 Tage in einem feuchten Tuch ankeimen. Mitte Mai pflanzen wir sie dann ins Freiland. Die ersten Gurken ernten wir ab Juni bis weit in den September.

Optimale Bedingungen

Gurken benötigen humusreiche, möglichst neutrale Böden und mögen vor allem windgeschützte, sonnige Standplätze. Sie benötigen viel Wärme und sind extrem kälteempfindlich. Bereits bei Temperaturen unter 10°C werden sie im Wachstum extrem beeinträchtigt, Frost überleben Gurken nicht.
Als gute Vorgängerkulturen eignen sich beispielsweise Hülsenfrüchte, Kohlarten, Zwiebeln sowie Tomaten. Als ungünstig erweisen sich hingegen Gurken selbst, Kürbisse und Zucchini.

Saatgutgewinnung

Von allen Sorten lassen wir 2-3 Pflanzen solange stehen, bis sie ihre komplette Samenreife erreicht haben und eine gelb-braune Färbung aufweisen. In diesem Zustand haben sie längst ihre Genussreife überschritten, so dass sie nicht mehr verzehrfähig sind. Wir ernten die Exemplare ab, halbieren sie und schaben dann die weißen Kerne mitsamt der glibberigen Masse heraus. Das Ganze wässern wir anschließend gründlich in einer Schüssel. Nach einem Tag hat sich der Schleim von den Samen separiert. Danach werden sie noch einmal gründlich mithilfe eines Siebs durchgewaschen, abgetropft und zum Trocknen ausgebreitet. Luftdicht verpackt warten sie dann auf ihren Einsatz.

Wertvolle Inhaltsstoffe und Funktionen

Vitamine

  • Vitamin C (ca. 10 mg): Stimulierung des Immunsystems, Antioxidans und Radikalfänger, Hormonsynthese, Aufbau von Knochen und Bindegeweben sowie Zähnen
  • Folsäure (ca. 15 µg): Zellteilung sowie Neubildung, Blutbildung, Coenzym im Aminosäurestoffwechsel

Mineralstoffe

  • Calcium (ca. 15 mg): Bausubstanz für Knochen und Zähne, Blutgerinnung, Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes, Regulation des Herzrhythmus, Muskelkontraktion, Impuls- bzw. Reizübertragung an Nerven (intrazellulärer Messenger), diverse Enzymaktivitäten
  • Kalium (ca. 165 mg): Regulation des Wasser- und Säure-Basen-Haushalts, Reizübertragung, Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichts, Muskelkontraktion, Enzymaktivator, Herzfunktion

Die Mengenangaben beziehen sich auf 100 g des entsprechenden Lebensmittels und dienen zur groben Orientierung, denn sie stellen lediglich Durchschnittswerte dar. Da es sich um Naturprodukte handelt, können die Werte Schwankungen unterliegen.

Lagerung

Im Obst-und Gemüsefach des Kühlschranks sind Gurken ca. 5-7 Tage haltbar. Da sie sich aufgrund des hohen Wasseranteils nicht einfrosten lassen, verzehren wir sie hauptsächlich frisch. 

Verarbeitung

Bei großem Überschuss lassen wir die Gurken nach diesem genialen Rezept fermentieren. Diese Gurken “süß-sauer” eignen sich beispielsweise hervorragend als Beilage zum Kartoffelstampf.
Ansonsten dienen sie mir als rohköstliche Burgerbun- oder Patty-Alternative.
Meine Mutti bereitet aus ihnen ihren fantastischen Salat zu, den sie extra für mich “vegansiert” hat.
Ich stelle aus Gurken mithilfe eines Spiralschälers sehr gern gesunde Low-Carb-Spaghetti her, die ich vor allem im Sommer bei hohen Temperaturen als leichte Mittagsmahlzeit mit frischen Dressings oder Dips verzehre. Hierzu eignet sich vor allem meine geliebte “Cashewnaraw”-Sauce.

Vegane Rezepte

Abschließend findest du hier noch einige gesunde und vollwertige Rezeptinspirationen, die du aus Gurken zaubern kannst. Dementsprechend verzichten sie wie immer auf Zusatzstoffe und Gluten.

Falls du Anregungen, Fragen oder Ergänzungen hast, dann teile deine Erfahrungen gern in den Kommentaren oder via Facebook.


Quellen:

Die dargelegten Informationen entstammen hauptsächlich dem Erfahrungsschatz meines Opas, meiner Mutti und mir sowie meinen Mitschriften aus den folgenden Vorlesungen meines Pharmaziestudiums an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena von 2003 – 2007 und der nachfolgenden Literatur:

  • Vorlesung: “Pharmazeutische Biologie” aus dem 1.-3. Semester – Dozent: Dr. Bernd Liebermann
  • Vorlesung: „Ökotrophologie“ aus dem 4. Semester – Dozent: PD Dr. Volker Böhm
  • Vorlesung: “Biochemie” aus dem 5. Semester – Dozent: Prof. Dr. Thomas Winckler
  • Hofmann, I.; Carlsson, S.: Die große Ernährungstabelle, 2. Auflage, Bassermann Verlag, 2006
  • Souci, S.; Fachmann, W.; Kraut, H.: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwerttabellen, 8. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016
  • Software NutriGuide® by Nutri Science GmbH, 2017: Jacobistraße 39, 79104 Freiburg

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