Kürbisse – Anbau, Inhaltsstoffe, Rezepte

Diverse Kürbisse

Kürbisse (lat. Cucurbita pepo) gehören zur gleichnamigen Familie der Cucurbitaceae (Kürbisgewächse). Im Jahr 2016 pflanzten wir unsere ersten Exemplare in Form eines Muskat- und Spaghettikürbis. So mutierte ich zum Fan. Mittlerweile kultivieren wir hauptsächlich Hokkaido sowie Butternut.

Kultivierung im Garten

Anbau

Hokkaidokürbis in unserem Permakulturgarten
Hokkaidokürbis im Gewächshaus

Seit 2017 verwenden wir einen Hokkaido, welchen wir Mitte Mai ins Gewächshaus gesetzt haben. Es bildete sich zwar nur ein Kürbis, der allerdings extreme Ausmaße angenommen hat (er wog ca. 15 kg). Im September erfolgte die Ernte. Ferner gesellte sich exakt ein Jahr später noch ein Butternut hinzu.
Allerdings platzieren wir unsere Kürbisse mittlerweile wieder ins Freiland, da sie extrem raumfüllend sind.
Mit der Anzucht der Kürbisse beginnen wir bereits im April. Vor der Aussaat lassen wir die Samen zuerst kurz ankeimen, in dem wir sie in Wasser einlegen. Dann setzen wir alles in Pikiertöpfchen und bewässern sie gut. Dabei gedeihen sie am besten bei Zimmertemperatur und ausreichender Helligkeit. Um die Pflänzchen für das Gartenklima „abzuhärten“, stellen wir die Töpfe tagsüber in die Sonne. Mitte bis Ende Mai, wenn die Zöglinge ausreichend Blätter gebildet haben, siedeln wir sie dann an ihren endgültigen Standort in den Garten um. 

Optimale Bedingungen

Kürbisse bevorzugen schwach saure bis neutrale Böden. Am optimalsten gedeihen sie an sonnigen und windgeschützten Standorten. Schattige Plätze erweisen sich als extrem ungeeignet. Kälte vertragen Kürbisse gar nicht, so dass bereits Temperaturen um den Gefrierpunkt die Pflanzen vernichten können, wenn sie nicht durch ein Gartenvlies oder Ähnliches geschützt werden. Die Ernte muss unbedingt vor dem ersten Frost erfolgen, da ansonsten ihre Lagerfähigkeit extrem beeinträchtigt wird. Als geeignete Vorgänger erweisen sich beispielsweise Hülsenfrüchte, Kohlarten, Zwiebeln, Rüben sowie Radieschen.
Du solltest sie allerdings nicht dorthin setzen, wo sich im Vorjahr Kartoffeln, Gurken, Zucchini, Wassermelonen oder Kürbisse selbst befanden.

Wertvolle Inhaltsstoffe und Funktionen

Vitamine

  • Vitamin B6 (ca. 0,1 mg): Protein- und Fettstoffwechsel, Hämoglobinbildung (roter Blutfarbstoff), Immunfunktion, Bildung von Botenstoffen, Beeinflussung der Hormonaktivitäten
  • Vitamin C (ca. 10 mg): Stimulierung des Immunsystems, Antioxidans und Radikalfänger, Hormonsynthese, Aufbau von Knochen und Bindegeweben sowie Zähnen
  • Folsäure (ca. 35 µg): Zellteilung sowie Neubildung, Blutbildung, Coenzym im Aminosäurestoffwechsel

Mineralstoffe

  • Calcium (ca. 20 mg): Bausubstanz für Knochen und Zähne, Blutgerinnung, Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes, Regulation des Herzrhythmus, Muskelkontraktion, Impuls- bzw. Reizübertragung an Nerven (intrazellulärer Messenger), diverse Enzymaktivitäten
  • Eisen (ca. 1 mg): Hämoglobin- und Myoglobin-Bestandteil, Sauerstoffspeicherung sowie Transport, Energiegewinnung, Immunabwehr, Baustein von Enzymen
  • Kalium (ca. 385 mg): Regulation des Wasser- und Säure-Basen-Haushalts, Reizübertragung, Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichts, Muskelkontraktion, Enzymaktivator, Herzfunktion
  • Phosphat (ca. 45 mg): Aufbau und Festigung der Knochen und Zähne, Energiequelle im Zellstoffwechsel (in Form von ATP), Beteiligung am Säure-Basen-Haushalt als Phosphat-Puffersystem, Bestandteil von Amino- und Nukleinsäuren

Weitere

  • Antioxidantien: Radikalfänger, Schutz der Körperzellen
  • Ballaststoffe: Verdauungsförderung

Die Mengenangaben beziehen sich auf 100 g des entsprechenden Lebensmittels und dienen zur groben Orientierung, denn sie stellen lediglich Durchschnittswerte dar. Da es sich um Naturprodukte handelt, können die Werte Schwankungen unterliegen.

Lagerung

Kürbisse lagern wir im Ganzen mit Stiel in unserem Vorkeller, denn an trockenen und kühlen Lokalitäten halten sie sich problemlos mehrere Monate. Achte nur darauf, dass sie keinen Frost abbekommen. Einmal angeschnitten hingegen, überleben die Stückchen in Frischhaltefolie eingewickelt nur 3-4 Tage im Kühlschrank. 

Verarbeitung

Kürbisse lassen sich darüber hinaus ausgezeichnet einfrosten. Dazu werden sie geschält (beim Hokkaido kannst du die Schale allerdings mit verwenden), halbiert, die Kerne mit Hilfe eines Löffels herausgepoolt und in Würfel geschnitten. Danach werden die Stücke auf Backblechen einzeln vorgefroren und anschließend in luftdicht verschlossenen TK-Beuteln eingefrostet. So gelagert halten sie 1 Jahr.
Kürbisse eignen sich nicht nur perfekt für pikante Speisen wie Currys, Gemüseburger oder Dips; sie passen auch hervorragend in süße Gebäcke wie Muffins, Brownies sowie Rohkostkuchen.

Vegane Rezepte

Abschließend findest du hier noch einige gesunde und vollwertige Rezeptinspirationen, die du aus Kürbissen zaubern kannst. Dementsprechend verzichten sie wie immer auf künstlichen Zuckerzusatz und Gluten.

Falls du Anregungen, Fragen oder Ergänzungen hast, dann teile deine Erfahrungen gern in den Kommentaren oder via Facebook.


Quellen:

Die dargelegten Informationen entstammen hauptsächlich dem Erfahrungsschatz meines Opas, meiner Mutti und mir sowie meinen Mitschriften aus den folgenden Vorlesungen meines Pharmaziestudiums an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena von 2003 – 2007 und der nachfolgenden Literatur:

  • Vorlesung: “Pharmazeutische Biologie” aus dem 1.-3. Semester – Dozent: Dr. Bernd Liebermann
  • Vorlesung: „Ökotrophologie“ aus dem 4. Semester – Dozent: PD Dr. Volker Böhm
  • Vorlesung: “Biochemie” aus dem 5. Semester – Dozent: Prof. Dr. Thomas Winckler
  • Hofmann, I.; Carlsson, S.: Die große Ernährungstabelle, 2. Auflage, Bassermann Verlag, 2006
  • Souci, S.; Fachmann, W.; Kraut, H.: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwerttabellen, 8. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016
  • Software NutriGuide® by Nutri Science GmbH, 2017: Jacobistraße 39, 79104 Freiburg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.