Möhren – Anbau, Inhaltsstoffe, Rezepte

Möhrenernte in unserem Permakulturgarten

Möhren bzw. Karotten (lat. Daucus carota) entstammen der Familie der Apiaceae (Doldenblütler). 

Kultivierung im Garten

Unser absoluter Favorit hört auf die Namen „Bolero“. Wir kultivieren diese Sorte seit mehreren Jahren. In der Gartensaison 2017 gesellte sich zudem noch die lilafarbene und sehr lieblich schmeckende “Purple Haze” hinzu, die mittlerweile auch zum festen Stamm gehört.

Anbau

Möhren in unserem Permakulturgarten
Möhren im Freiland

Vor der Aussaat spülen wir die Samen zuerst gründlich mit warmem Wasser durch. Das Saatgut wird von ätherischen Ölen umhüllt, wodurch die Flüssigkeitszufuhr verhindert würde. Wir setzen sie bereits Anfang April direkt ins Freiland, weil Karotten bei niedrigen Temperaturen extrem langsam keimen (erst nach knapp 3 Wochen). Dafür sind sie sehr kälteresistent, so dass die frühe Aussaat ermöglicht wird. Hierzu glätten wir zunächst das Saatbeet und präparieren die Reihen mit dem Rillenzieher. Dazu ziehen wir 30 cm flache und 2 cm tiefe Furchen und platzieren Samen hinein. Anschließend gießen wir sie gut an und decken alles mit Anzuchterde ab. Die Ernte der ersten Exemplare erfolgt dann Mitte Juni bis weit in den Herbst. Sobald der erste Frost Einzug hält, entnehmen wir die Möhren quantitativ, um sie dann für den Wintervorrat einzulagern. 

Optimale Bedingungen

Als gute Vorgängerkulturen erweisen sich beispielsweise Kartoffeln, Gurken, Tomaten, Zwiebeln, Kohlarten und Zucchini. Weniger geeignet hingegen sind Bohnen, Petersilie und Möhren selbst.
Karotten mögen lehmige, sandige sowie humusreiche Böden mit schwach saurem bis neutralen pH-Wert. Sie gedeihen ausgezeichnet auf sonnigen Beeten, vertragen aber auch als Jungpflanzen leichten Frost. In Bezug auf Wasser erweisen sich Möhren als sehr empfindlich. Wenn der Boden zu trocken ist, dann werden sie schnell holzig. Ist er jedoch zu feucht, wachsen lediglich die Blätter während sich das eigentliche Wurzelgemüse nicht entfalten kann.

Wertvolle Inhaltsstoffe und Funktionen

Vitamine

  • Vitamin A (ca. 1600 µg): Sehvorgang, Knochenaufbau, Wachstumsprozess sowie Zelldifferenzierung, Fortpflanzung und Embryogenese, Bildung und Gesunderhaltung von Haut und Schleimhäuten, Stärkung des Immunsystems
  • Vitamin B6 (ca. 0,2 mg): Protein- und Fettstoffwechsel, Hämoglobinbildung (roter Blutfarbstoff), Immunfunktion, Bildung von Botenstoffen, Beeinflussung der Hormonaktivitäten
  • Vitamin H (ca. 5 µg): Kohlenhydrat-, Protein-, Fettstoffwechsel, Aufbau und Gesundheit von Haut und Haaren sowie Nägeln
  • Vitamin K (ca. 15 µg): Bildung von Blutgerinnungsfaktoren bzw. Inhibitoren, Knochenstoffwechsel, Nierenfunktion
  • Niacin (ca. 0,5 mg): Energiegewinnung (z.B. wasserstoffübertragendes Coenzym im gesamten Stoffwechsel), Regeneration von Haut und Muskeln, DNA-Replikation, Zelldifferenzierung

Mineralstoffe

  • Calcium (ca. 20 mg): Bausubstanz für Knochen und Zähne, Blutgerinnung, Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes, Regulation des Herzrhythmus, Muskelkontraktion, Impuls- bzw. Reizübertragung an Nerven (intrazellulärer Messenger), diverse Enzymaktivitäten
  • Kalium (ca. 355 mg): Regulation des Wasser- und Säure-Basen-Haushalts, Reizübertragung, Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichts, Muskelkontraktion, Enzymaktivator, Herzfunktion

Weitere

  • Antioxidantien (z.B. β-Carotin, Coenzym Q10): Radikalfänger, Schutz der Körperzellen, Energiegewinnung
  • Ballaststoffe (z.B. Pektine): Verdauungsförderung
  • ungesättigte Alkohole (z.B. Falcarinol): Krebsprävention

Die Mengenangaben beziehen sich auf 100 g des entsprechenden Lebensmittels und dienen zur groben Orientierung, denn sie stellen lediglich Durchschnittswerte dar. Da es sich um Naturprodukte handelt, können die Werte Schwankungen unterliegen. Eine mittelgroße Möhre deckt bereits den Tagesbedarf an Vitamin A.

Lagerung

Möhren lagerst du am besten feucht, kühl sowie ungewaschen im Obst- und Gemüsefach des Kühlschranks. Dort sind sie knapp 3 Wochen haltbar. Da wir einen großen Vorrat an Möhren ernten, überwintern wir sie im Vorkeller in Sand eingeschlagen. Dazu werden sie grob abgebürstet, in der Sonne eventuell kurz getrocknet (falls die Erde zu nass sein sollte) und anschließend in Stiegen verladen. Dann überdecken wir sie mit leicht angefeuchteten Sand. Dabei darf er nicht zu nass geraten, sonst schimmeln die Möhren. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Der Sand sollte so feucht sein, dass man ihn zusammenpressen kann, so dass er nicht zerfällt. Es darf aber auch kein Wasser austreten.

Verarbeitung

Darüber hinaus kannst du Möhren auch einfrosten. Dazu werden sie gewaschen, geschält, geschnitten sowie kurz blanchiert und in Eiswasser abgeschreckt. Die abgekühlten Möhren füllst du einfach in TK-Beutel um und lagerst sie im Gefrierfach. So halten sie ungefähr 10 Monate.
Da ich Möhren sehr gern frisch verzehre, präferiere ich die Methode der Sandlagerung. Dadurch reichen wir über den Winter bis die neuen Möhren geerntet werden können.
Weiterhin integriere ich sie in nahezu sämtliche Mittagsgerichte – vor allem in Currys, Gemüsebratlinge und natürlich Salate. Sehr gern verwende ich sie auch als Basis für Rohkostcracker. Vor allem in Kombination mit Leinsamen und Ingwer ein echter Traum.
Aber auch für Süßspeisen eignen sich Möhren durch ihre liebliche Saftigkeit hervorragend – ganz besonders zusammen mit Äpfeln.

Vegane Rezepte

Abschließend findest du hier noch einige gesunde und vollwertige Rezeptinspirationen, die du aus Möhren zaubern kannst. Dementsprechend verzichten sie wie immer auf künstlichen Zuckerzusatz und Gluten.

Falls du Anregungen, Fragen oder Ergänzungen hast, dann teile deine Erfahrungen gern in den Kommentaren oder via Facebook.


Quellen:

Die dargelegten Informationen entstammen hauptsächlich dem Erfahrungsschatz meines Opas, meiner Mutti und mir sowie meinen Mitschriften aus den folgenden Vorlesungen meines Pharmaziestudiums an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena von 2003 – 2007 und der nachfolgenden Literatur:

  • Vorlesung: “Pharmazeutische Biologie” aus dem 1.-3. Semester – Dozent: Dr. Bernd Liebermann
  • Vorlesung: „Ökotrophologie“ aus dem 4. Semester – Dozent: PD Dr. Volker Böhm
  • Vorlesung: “Biochemie” aus dem 5. Semester – Dozent: Prof. Dr. Thomas Winckler
  • Hofmann, I.; Carlsson, S.: Die große Ernährungstabelle, 2. Auflage, Bassermann Verlag, 2006
  • Souci, S.; Fachmann, W.; Kraut, H.: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwerttabellen, 8. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016
  • Software NutriGuide® by Nutri Science GmbH, 2017: Jacobistraße 39, 79104 Freiburg

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