Paprikas – Anbau, Inhaltsstoffe, Rezepte

Paprikaernte in unserem Permakulturgarten

Paprikas (lat. Capsicum annuum) gehören zur Familie der Solanaceae (Nachtschattengewächse). Wir kultivieren sie sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus.

Kultivierung im Garten

Anbau

Mit der Aussaat beginnen wir bereits im März. Dazu lassen wir die Samen zunächst 1-2 Tage ankeimen. Da sie – wie wir festgestellt haben – das Pikieren schlecht vertragen, verwenden wir mittlerweile nur noch einen Samen pro Topf und stellen sie an einen warmen Ort auf (in unserem Fall den Vorbau des Hauses). Sobald sich die jungen Pflänzchen zeigen, ziehen die Pikiertöpfchen um ins Gewächshaus, da sie sehr viel Sonne benötigen. Schatten und Wind sind für Paprikas extrem ungeeignet. Ältere Exemplare vertragen Kälte relativ gut, aber die jungen sollten bei einstelligen Temperaturen mit einem Gartenvlies abgedeckt werden. Anfang bis Mitte Mai, sobald 2-3 Blätter vorhanden sind, pflanzen wir die Paprikas dann an ihren endgültigen Standort aus. 

Optimale Bedingungen

Am besten gedeihen sie auf humusreichen Böden mit einem schwach sauren bis neutralen pH-Wert.
Als gute Vorgängerkulturen eignen sich beispielsweise Möhren, Zwiebeln, Kohlgemüse, Gurken, Kürbis und Zucchini. Schlecht hingegen sind andere Nachtschattengewächse wie Kartoffeln, Tomaten, Auberginen sowie die Paprika selbst.

Wertvolle Inhaltsstoffe und Funktionen

Vitamine

  • Vitamin A (ca. 350 µg): Sehvorgang, Knochenaufbau, Wachstumsprozess sowie Zelldifferenzierung, Fortpflanzung und Embryogenese, Bildung und Gesunderhaltung von Haut und Schleimhäuten, Stärkung des Immunsystems
  • Vitamin B2 (ca. 0,1 mg): wichtiges Coenzym bei Reduktions- und Oxidationsreaktionen im Stoffwechsel, Energiegewinnung in Form von ATP aus Glucose und Fettsäuren, Synthese sowie Oxidation der Fettsäuren
    Vitamin B6 (ca. 0,5 mg): Protein- und Fettstoffwechsel, Hämoglobinbildung (roter Blutfarbstoff), Immunfunktion, Bildung von Botenstoffen, Beeinflussung der Hormonaktivitäten
  • Vitamin C (ca. 140 mg): Stimulierung des Immunsystems, Antioxidans und Radikalfänger, Hormonsynthese, Aufbau von Knochen und Bindegeweben sowie Zähnen
  • Vitamin E (ca. 3 mg): Abwehr von Bakterien, Antioxidans und Radikalfänger, Schutz der mehrfach ungesättigten Fettsäuren vor Oxidation, Signaltransduktion

Mineralstoffe

  • Calcium (ca. 10 mg): Bausubstanz für Knochen und Zähne, Blutgerinnung, Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes, Regulation des Herzrhythmus, Muskelkontraktion, Impuls- bzw. Reizübertragung an Nerven (intrazellulärer Messenger), diverse Enzymaktivitäten
  • Eisen (ca. 0,5 mg): Hämoglobin- und Myoglobin-Bestandteil, Sauerstoffspeicherung sowie Transport, Energiegewinnung, Immunabwehr, Baustein von Enzymen
  • Kalium (ca. 260 mg): Regulation des Wasser- und Säure-Basen-Haushalts, Reizübertragung, Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichts, Muskelkontraktion, Enzymaktivator, Herzfunktion
  • Magnesium (ca. 15 mg): Enzymaktivator bzw. Inhibitor, Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes, Reizübertragung, Synthese von Fettsäuren und Proteinen, Kontrolle der Muskelkontraktion (extrazellulär als Calcium-Antagonist)

Die Mengenangaben beziehen sich auf 100 g des entsprechenden Lebensmittels und dienen zur groben Orientierung, denn sie stellen lediglich Durchschnittswerte dar. Da es sich um Naturprodukte handelt, können die Werte Schwankungen unterliegen. Mit einer halben Paprika deckst du übrigens komplett deinen Tagesbedarf an Vitamin C.

Lagerung

Bei 10-12°C halten sich Paprikas ungefähr 5-7 Tage. Sie sollten kühl und dunkel gelagert werden, allerdings nicht im Kühlschrank. Besser eignen sich unbeheizte Vorratskammern oder ein Keller.

Verarbeitung

Zum Einfrosten kannst du die Paprikas waschen, halbieren, das Kerngehäuse entfernen und anschließend in die gewünschte Form schneiden. Danach werden sie kurz blanchiert, in Eiswasser abgeschreckt und in TK-Beuteln eingefroren. Auf diese Weise halten sie 9 Monate. Willst du die Paprikas über den Winter in Salaten verwenden, kannst du sie allerdings auch roh einfrosten. Dabei reduziert sich jedoch ihre Haltbarkeit.
Aufgrund ihres lieblich-süßen Geschmacks integrieren wir sie sehr gern in Wokgerichte und Currys. Am allerliebsten verzehre ich die Früchte jedoch roh und snacke sie oftmals zwischendurch. Paprikas eignen sich zudem auch hervorragend als Zutat für Rohkostcracker oder als rohveganer Wrapteig, denen sie eine fruchtig-frische Note verleihen.

Vegane Rezepte

Abschließend findest du hier noch einige gesunde und vollwertige Rezeptinspirationen, die du aus Paprikas zaubern kannst. Dementsprechend verzichten sie wie immer auf Zusatzstoffe und Gluten.

Falls du Anregungen, Fragen oder Ergänzungen hast, dann teile deine Erfahrungen gern in den Kommentaren oder via Facebook.


Quellen:

Die dargelegten Informationen entstammen hauptsächlich dem Erfahrungsschatz meines Opas, meiner Mutti und mir sowie meinen Mitschriften aus den folgenden Vorlesungen meines Pharmaziestudiums an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena von 2003 – 2007 und der nachfolgenden Literatur:

  • Vorlesung: “Pharmazeutische Biologie” aus dem 1.-3. Semester – Dozent: Dr. Bernd Liebermann
  • Vorlesung: „Ökotrophologie“ aus dem 4. Semester – Dozent: PD Dr. Volker Böhm
  • Vorlesung: “Biochemie” aus dem 5. Semester – Dozent: Prof. Dr. Thomas Winckler
  • Hofmann, I.; Carlsson, S.: Die große Ernährungstabelle, 2. Auflage, Bassermann Verlag, 2006
  • Souci, S.; Fachmann, W.; Kraut, H.: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwerttabellen, 8. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016
  • Software NutriGuide® by Nutri Science GmbH, 2017: Jacobistraße 39, 79104 Freiburg

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