Wildkräuter – meine Top-Favoriten

Heimische Wildkräuter für den Smoothie

Bereits in diesem Beitrag habe ich eine Lanze für Wildkräuter als regionales Superfood gebrochen und dir viele Tipps und Tricks zum Sammeln und Verarbeiten an die Hand gegeben. Im folgenden stelle ich dir meine absoluten Favoriten als Kurzportraits vor. Der eine oder andere Vertreter wird dich vielleicht überraschen, denn leider werden viele dieser großartigen Naturschätze als “Unkraut” deklariert. Bei Bedarf klicke einfach auf die Bilder falls du eine vergrößerte Ansicht benötigst.

Bärlauch

Top-Wildkräuter Bärlauch
Bärlauch
  • Botanik: Der Bärlauch gehört zur Familie der Amaryllidaceae (Amaryllisgewächse).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Vitamin C, Kalium, Calcium, Magnesium, Alliin, Allicin, ätherisches Öl, Eisen, Flavonoide
  • Erntezeit: März-Mai
  • Verwendung: Bärlauch besitzt einen sehr aromatischen, knoblauchartigen Geschmack und eignet sich hervorragend als Würzmittel für Dips, Salate und Brotaufstriche. Seine ästhetischen weißen Blüten verwendet meine Mum sehr gern als essbaren Eyecatcher in der kalten Küche.
  • kurative Wirkungen: Sowohl in der Volksheilkunde als auch in der Alternativmedizin findet der Bärlauch Anwendung bei Magen-Darm-Beschwerden und als Tonikum zur allgemeinen Stärkung der Konstitution.

Brennnessel

Top-Wildkräuter Brennnessel
Brennnessel
  • Botanik: Brennnessel gehört zur Familie der Urticaceae (Brennnesselgewächse).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Vitamine (A, C), Eisen, Magnesium, Kalium, Phosphor, Flavonoide, Folsäure, Linolsäure, Schleimstoffe
  • Sammelzeitraum: Juni-Oktober
  • Verwendung: Der Geschmack der Brennnessel erinnert ein wenig an Spinat, allerdings besitzt sie ein nussigeres Aroma. Aus diesem Grund verwendet meine Mum die Blätter kurz blanchiert sehr gern als Spinat-Alternative. Weiterhin finden sie regelmäßig den Weg in ihre grünen Smoothies. Ich verzehre sie vorzugsweise roh zu Crackern und Bro(h)ten oder stelle mir daraus einen Dip bzw. ein Salatdressing her. Um die Brennwirkung zu minimieren, spüle ich die Blätter gründlich mit Wasser ab.
  • kurative Wirkungen: Eines der besten Wildkräuter in unseren Breiten: die gesamten Bestandteile der Arzneipflanze „Urtica dioica“ finden pharmazeutisch Anwendung. Dementsprechend vielfältig sind ihre Wirkungen und Indikationen: Erkrankungen der Verdauungsorgane; aufgrund der harntreibenden Wirkung zur Entgiftung und Entschlackung; weiterhin bei Verstopfung, Magengeschwüren und Durchblutungsstörungen. Wie du siehst – ein echtes Multitalent.

Gänseblümchen

Top-Wildkräuter Gänseblümchen
Gänseblümchen
  • Botanik: Gänseblümchen gehören zur Familie der Asteraceae (Korbblütler).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Vitamine (A, C), Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Saponine, ätherisches Öl, Schleimstoffe
  • Sammelzeitraum: Februar-November
  • Verwendung: Gänseblümchen wachsen auf unseren Wiesen sowie verstreut in unserem Garten. Wir verwenden Blätter, Knospen und Blüten als Salateinlage, in Dips oder schlicht und ergreifend (aufgrund ihres lieblich-würzigen Aromas) als Brotbelag.
  • kurative Wirkungen: Die Blüten werden volkstümlich gegen Hauterkrankungen und Leberschädigungen eingesetzt. Außerdem kurbeln Gänseblümchen den Stoffwechsel an. Äußerlich bringt man sie aufgrund des Gerbstoffgehaltes zur Behandlung kleinere Wunden zum Einsatz. Das ästhetische Wildkraut wurde zur Heilpflanze des Jahres 2017 gekürt.

Giersch

Top-Wildkräuter Giersch
Giersch
  • Botanik: Der Gewöhnliche Giersch (auch bekannt als Geißfuß oder Dreiblatt) gehört zur Familie der Apiaceae (Doldengewächse).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Vitamine (A, C), Kalium, Calcium, Mangan, Zink, Kupfer, Flavonoide, ätherisches Öl
  • Sammelzeitraum: Mai-September
  • Verwendung: Die meisten Gartenbesitzer fürchten den Giersch, da er als „lästiges Unkraut“ verurteilt wird, welches sich nur schwer bis gar nicht eliminieren lässt. Dabei lassen sich sowohl die Blätter und Blüten als auch die Früchte wunderbar in der Küche zum Einsatz bringen. Meine Mum verwendet die fein gehackten Giersch-Blätter gern als Suppengrün-Einlage, da sie geschmacklich an Möhre und Petersilie erinnern. Ich nutze sie hingegen eher für Dips und Salate. Die Blüten weisen einen süß-lieblichen Geschmack auf und eignen sich neben der Verwendung in Salaten auch für Desserts.
  • kurative Wirkungen: Giersch wird aufgrund seiner entzündungshemmenden und krampflösenden Wirkungen in der Volks- und Alternativmedizin bei Gicht und rheumatischen Erkrankungen eingesetzt.

Goldrute

Top-Wildkräuter Goldrute
Goldrute
  • Botanik: Goldrute gehört zur Familie der Asteraceae (Korbblütler).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Gerbsäure, Saponine, Flavonoide, ätherisches Öl
  • Sammelzeitraum: August-Oktober
  • Verwendung: Dieses geniale Wildgrün war für mich eine der interessantesten Neuentdeckungen der letzten Jahre. Sie wächst direkt bei uns hinter dem Gartenzaun. Ich verwende ihre Blüten – die zunächst einen leicht bitteren Geschmack erzeugen, der im Abgang allerdings durch eine angenehme Süße begleitet wird – als Salatdeko, in Dips oder frisch als Topping für Rohkostcracker.
  • kurative Wirkungen: Goldrutenkraut wirkt u.a. harntreibend, entzündungshemmend, schmerzlindernd sowie leicht krampflösend und findet als hochdosierter Extrakt in Kapseln, Dragees oder Lösungen v.a. bei wiederkehrenden Blasenentzündungen Anwendung. Als Heilpflanze „Solidago virgaurea“ erhielt sie eine positive Monografie durch die Kommission E, einen Sachverständigenausschuss für Phytopharmaka des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Gundermann

Top-Wildkräuter Gundelrebe
Gundermann
  • Botanik: Gundermann gehört zur Familie der Lamiaceae (Lippenblütler).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe
  • Sammelzeitraum: März-Mai
  • Verwendung: Bei der Gundelrebe verwende ich die würzig-pikanten Blätter vor allem in Salaten, Dips und Aufstrichen. Meine Mum kombiniert sie gern zum Rührei oder als Bestandteil ihrer Kräuterbutter. Die dekorativen rötlich-violetten Blüten mit ihrem lieblich-süßen Geschmack eignen sich hervorragend als Topping für Süßspeisen.
  • kurative Wirkungen: Volksmedizinisch wird der Gundermann u.a. bei Magen-Darm-Erkrankungen und Leberschädigungen angewendet. Aufgrund der schleimlösenden Wirkung wird er auch bei grippalen Infekten zum Einsatz gebracht. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) findet er weiterhin Anwendung bei Blasenstörungen und Lungenschädigung.

Hirtentäschel

Top-Wildkräuter Hirtentäschel
Hirtentäschel
  • Botanik: Das gewöhnliche Hirtentäschel gehört zur Familie der Brassicacae (Kreuzblütler).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Kalium, Calcium, Vitamin C, Flavonoide, Senfölglykoside, Aminosäuren, Saponine
  • Sammelzeitraum: Februar-Oktober
  • Verwendung: Aufgrund des kresseähnlichen Geschmacks der Blätter verwenden wir Hirtentäschel sehr gern als Bestandteil von Wildkräutersalaten, da es eine pikant-aromatische Note verleiht oder einfach direkt zur Bro(h)tzeit. Meine Mutti kombiniert das Hirtentäschel auch sehr gern zu Eierspeisen.
  • kurative Wirkungen: Homöopathisch findet es Anwendung bei Nieren- und Gallenerkrankungen sowie Blutungen, volksmedizinisch auch zur Wundheilung.

Kamille

Top-Wildkräuter Kamille
Kamille
  • Botanik: Die Kamille gehört zur Familie der Asteraceae (Korbblütler).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: ätherisches Öl (Bestandteile: Bisabolol, Chamazulen), Schleimstoffe, Flavonoide
  • Sammelzeitraum: Mai-Juli
  • Verwendung: Die optisch ansprechenden und aromatischen Blüten verwenden wir sehr gern in Salaten, aber auch – aufgrund ihres lieblichen Aromas – in Desserts. Die Blätter eignen sich sehr gut als Gewürz in Dips oder Brotaufstrichen.
  • kurative Wirkungen: Als eines der bekanntesten Wildkräuter und Heilpflanzen überhaupt findet Kamille sowohl innerlich (z.B. Magen-Darmstörungen oder Menstruationsbeschwerden) als auch äußerlich (z.B. bei entzündlichen, rheumatischen Erkrankungen in Salben oder zur Wundheilung) Anwendung.

Knoblauchsrauke

Knoblauchsrauke
Knoblauchsrauke
  • Botanik: Die Knoblauchsrauke gehört zur Familie der Brassicacae (Kreuzblütler).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Vitamine (A, C), Senfölglykoside, Saponine, ätherisches Öl, Knoblauchöl
  • Sammelzeitraum: April-Juni
  • Verwendung: Aufgrund des milden Knoblauchgeschmacks eignen sich die Blätter hervorragend für Salate, Dips oder Brotaufstriche. Meine Mum verwendet sie gern als Bestandteil ihres Kräuterquarks, da sie den Zubereitungen eine würzig-pikante Note verleiht.
  • kurative Wirkungen: Volksmedizinisch findet die Knoblauchsrauke v.a. zur Behandlung von Atemwegs-Katarrhen Anwendung. Weiterhin wirkt sie harntreibend und unterstützt auf diese Weise unsere Verdauung. Aufgrund ihrer antimikrobiellen Wirkung wird sie auch bei Wurmbefall eingesetzt.

Löwenzahn

Top-Wildkräuter Löwenzahn
Löwenzahn
  • Botanik: Löwenzahn gehört zur Familie der Asteraceae (Korbblütler).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Vitamin C, Kalium, Magnesium, Phosphat, Flavonoide, Schleimstoffe, Protein
  • Sammelzeitraum: April-Oktober
  • Verwendung:  Die Blüten von der v.a. in der Agrarkultur und von vielen Kleingärtnern als lästiges „Unkraut“ angesehenen „Pusteblume“ besitzen ein lieblich-süßliches Aroma und peppen aufgrund ihrer strahlend gelben Farbe diverse Salate, Dips und Brotmahlzeiten auf. Aber auch die Blätter mit ihrem hohen Bitterstoffanteil munden mir ausgezeichnet und liefern eine geschmacklich perfekte Abrundung für viele rohköstliche Speisen. Sehr beliebt ist der traditionell aus den Blüten zubereitete Honig. Löwenzahn ist vermutlich das bekannteste aller Wildkräuter.
  • kurative Wirkungen: „Taraxacum officinale“, so die pharmazeutische Bezeichnung dieser wirksamen Heilpflanze, findet v.a. bei Störungen im Magen-Darm-Bereich wie z.B. Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Völlegefühl oder Appetitlosigkeit Anwendung. Löwenzahn erweist sich als echte Vitalstoffbombe: so enthält er doppelt soviel Kalium und Magnesium, 5x soviel Eiweiß und ganze 8x soviel Vitamin C wie Kopfsalat.

Mädesüß

Mädesüß
Mädesüß
  • Botanik: Das echte Mädesüß gehört zur Familie der Rosaceae (Rosengewächse).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Flavonoide, Salicylate, Gerbstoffe
  • Sammelzeitraum: Juni-August
  • Verwendung: Der Name ist hier Programm – die süßlich-lieblichen Blüten mit ihrem honigartigen Aroma verwenden wir sehr gern in Desserts bzw. Salaten als Gegenpart zu diversen bitter-würzig schmeckenden Kräutern. Die Herkunft des Namens lässt sich im Übrigen auf die Verwendung als aromatisierende Zutat in Bier, Wein und Met zurückführen.
  • kurative Wirkungen: In der Volksmedizin wird Mädesüß bei Störungen der Nieren- und Harnfunktion, bei Ödemen und weiterhin bei rheumatischen Beschwerden angewendet.

Malve

Malve
Malve
  • Botanik: Die Wilde Malve gehört zur Familie der Malvaceae (Malvengewächse).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Schleimstoffe (ca. 10%!), Kalium, Flavonoide
  • Sammelzeitraum: Mai-September
  • Verwendung: Die Blätter pur verzehrt hinterlassen wegen des Schleimstoffanteils ein sehr eigenwilliges und gewöhnungsbedürftiges Mundgefühl. Aus diesem Grund verwenden wir sie hauptsächlich zum Andicken von Salatdressings oder Dips. Meine Mum nutzt ferner die optisch ansprechenden Purpur-Blüten sehr gern in Tees, um ihnen eine fruchtige Note zu verleihen oder wir streuen sie als Dekoration auf unsere Wildkräutersalate.
  • kurative Wirkungen: Als Arzneipflanze „Malva sylvestris“ findet sie aufgrund ihres Schleimstoffanteils, welcher sich als schützender Film über die Schleimhäute in Mund- und Rachenraum sowie Magen-Darm-Trakt legt, Anwendung bei Reizhusten und Halsschmerzen oder Magenreizungen.

Schafgarbe

Top-Wildkräuter Schafgarbe
Schafgarbe
  • Botanik: Die Gewöhnliche Schafgarbe gehört zur Familie der Asteraceae (Korbblütler).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Kalium, Kupfer, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide, ätherisches Öl (Bestandteil: Azulen)
  • Sammelzeitraum: Mai-Oktober
  • Verwendung: Aufgrund des pikant-herben Geschmacks eignet sich die Schafgarbe hervorragend als würzige Salateinlage. Meine Mutti integriert sie sehr gern in Kräuterbutter, Kräuterquark und Smoothies. Wichtig: je größer die Blätter heranwachsen, umso höher der Bitterstoff-Gehalt.
  • kurative Wirkungen: Die Arzneipflanze „Achillea millefolium“ besitzt unzählige Heilwirkungen und Indikationen (wie z.B. beruhigend bei Magen-Darm-Erkrankungen, bei Durchblutungsstörungen, zur Anregung der Gallensekretion, bei Lebererkrankungen, bei Kopfschmerzen, bei Hautproblemen, extern bei Gelenkentzündungen) und vieles mehr. Mit anderen Worten: eines der vielseitigsten Wildkräuter überhaupt.

Scharbockskraut

Scharbockskraut
Scharbockskraut
  • Botanik: Scharbockskraut gehört zur Familie der Ranunculaceae (Hahnenfußgewächse).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Vitamin C, Saponine, Gerbstoffe, Alkaloide, Ranunculin
  • Sammelzeitraum: März-April
  • Verwendung: Eines der wenigen essbaren Wildkräuter aus der Familie der Ranunculaceae. Die jungen, leicht bitter-scharf schmeckenden Blätter lassen sich wunderbar in Salate, Dips oder Aufstriche integrieren. Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten! Aufgrund des steigenden Alkaloidgehaltes solltest du sie ausschließlich vor der Blütezeit ernten.
  • kurative Wirkungen: In der Vergangenheit wurde das Scharbockskraut aufgrund seines hohen Vitamin C Gehaltes gegen Skorbut und Frühjahrsmüdigkeit eingesetzt. Weiterhin werden der Pflanze blut- und hautreinigende Wirkungen zugeschrieben.

Spitzwegerich

Top-Wildkräuter Spitzwegerich
Spitzwegerich
  • Botanik: Spitzwegerich gehört zur Familie der Plantaginaceae (Wegerichgewächse).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Iridoidglykoside (Bestandteile: Aucubin, Catalpol), Schleimstoffe, Kalium, Zink, Vitamin C, Gerbstoffe, Flavonoide
  • Sammelzeitraum: Mai-September
  • Verwendung: Aufgrund des aromatisch-nussigen bis pilzartigen Geschmacks werden bei uns sowohl die Blätter und Blüten als auch die Samen zum Einsatz gebracht (u.a. zum Aufpeppen von Gemüsebeilagen, in Dips, Salaten, zur Brotzeit, zu Eierspeisen, in Aufläufen, Eintöpfen und vieles mehr).
  • kurative Wirkungen: Als Heilpflanze „Plantago lanceolata“ erhielt er eine positive Monografie durch die Kommission E, einen Sachverständigenausschuss für Phytopharmaka des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte. 2014 wurde Spitzwegerich als Arzneipflanze des Jahres ausgezeichnet. Angewendet wird das vielseitige Kraut z.B. bei Asthma, Bronchitis, Reizhusten, Schleimhautentzündungen (Magen, Darm, Mund), zur Blutstillung oder zur Reizlinderung im Darmbereich. Verantwortlich für die Wirkungen sind die beiden Iridoidglykoside Aucubin und Catalpol sowie reizlindernde Schleimstoffe.

Taubnessel

Top-Wildkräuter Taubnessel
Taubnessel
  • Botanik: Die Taubnessel gehört zur Familie der Lamiaceae (Lippenblütler).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Kalium, Phosphat, Calcium, Magnesium, Eisen, Zink, Saponine, Flavonoide, Gerbstoffe, Schleime
  • Sammelzeitraum: April-Oktober
  • Verwendung: Eines der liebsten Wildkräuter meiner Mum. Wir verfeinern mit ihren lieblich-süß schmeckenden Blüten unsere Salate und Dips oder wir vernaschen sie einfach als Zwischensnack. Im Kontrast hierzu weisen die Blätter einen leicht bitteren Geschmack auf, die fein gehackt ebenfalls in Salaten und Dips oder Smoothies zum Einsatz kommen. Wir sammeln sowohl die weiße als auch die gefleckte Taubnessel.
  • kurative Wirkungen: Volkstümlich wurde sie z.B. gegen Hautausschlag, Brustbeschwerden oder Schlaflosigkeit verwendet. Heute wird die Taubnessel unterstützend zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden und Entzündungen eingesetzt.

Vogelmiere

Top-Wildkräuter Vogelmiere
Vogelmiere
  • Botanik: Vogelmiere gehört zur Familie der Caryophyllaceae (Nelkengewächse).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium, Selen, Carotinoide, Vitamine (A, B1, B2, C)
  • Sammelzeitraum: März-November
  • Verwendung: Vogelmiere zälht zu einem der am weitesten verbreiteten Wildkräuter. Sie ist sehr robust und gedeiht auch im Winter unter der Schneedecke. Wir verwenden von ihr sowohl Stengel als auch Blüten vor allem in Salaten – da sie einen milden, allerdings intensiveren Eigengeschmack als Kopfsalat aufweist und dementsprechend eine sehr gute Alternative darstellt.
  • kurative Wirkungen: Die Vogelmiere besitzt schmerzlindernde, entzündungshemmende und verdauungsfördernde Eigenschaften und wird v.a. bei Rheuma, Krämpfen und Erkrankungen der Blase angewendet. Volksmedizinisch wird sie weiterhin bei Husten und Asthma zum Einsatz gebracht. Daneben erweist sich die Vogelmiere als wahres Vitalstoff-Kraftpaket: beispielsweise enthält sie 8x soviel Vitamin C, 7x soviel Eisen, 3x soviel Kalium bzw. Magnesium oder auch doppelt soviel Calcium im Vergleich zum Kopfsalat. Somit eignet sie sich hervorragend, um dich auch noch im späten Herbst mit essentiellen Mikronährstoffen zu versorgen.

Wiesenkerbel

Top-Wildkräuter Wiesenkerbel
Wiesenkerbel
  • Botanik: Wiesenkerbel gehört zur Familie der Apiaceae (Doldengewächse).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Vitamine (A, C), Eisen, Flavon (Apiin), Bitterstoffe, ätherisches Öl, Cumarine
  • Sammelzeitraum: April-August
  • Verwendung: Kerbel war eines der ersten Wildkräuter, welches ich versucht habe im Garten zu etablieren. Leider existiert er mittlerweile nicht mehr, da er eines Tages verendete. Seither sammle ich alternativ nur noch den Kerbel, der auf unseren Wiesen gedeiht. Aufgrund seines fenchelähnlichen-würzigen Geschmacks verwende ich sowohl Blätter als auch die Blüten in Salaten, Aufstrichen oder Dips. Meine Mutti fügt Kerbel als Suppeneinlage oder als Topping auf Omelettes hinzu und bereitet sich aus den Blättern einen Tee.
  • kurative Wirkungen: Die in der Pflanze enthaltenen Bitterstoffe wirken verdauungsfördernd und regen die Magen- und Gallensaftsekretion an. Weiterhin besitzt er harntreibende, antioxidative und blutreinigende Eigenschaften.

Wie du siehst, habe ich mich ganz bewusst auf ubiquitär verbreitete Wildkräuter fokussiert, die du problemlos überall finden wirst. Außerdem kannst du dir auf diese Weise den Einstieg erleichtern, denn diese gängigen Sorten erkennt jedes Kind.

Inwieweit hast du dich bereits mit dem Thema Wildkräuter auseinandergesetzt und welche verwendest du am liebsten? Teile doch deine Erfahrungen in den Kommentaren. Ich freue mich auf einen intensiven Austausch mit vielen neuen Inspirationen. Weitere Anregungen findest du bei mir auf Instagram.


Quellen:

Die dargelegten Informationen entstammen meinen Mitschriften aus den folgenden Vorlesungen meines Pharmaziestudiums an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena von 2003 – 2007, meinen persönlichen Erfahrungen sowie der nachfolgenden Literatur:

  • Vorlesung: “Pharmazeutische Biologie” aus dem 1.-3. Semester – Dozent: Dr. Bernd Liebermann
  • Vorlesung: „Ökotrophologie“ aus dem 4. Semester – Dozent: PD Dr. Volker Böhm
  • Vorlesung: “Biochemie” aus dem 5. Semester – Dozent: Prof. Dr. Thomas Winckler
  • Vorlesung: “Phytotherapie” aus dem 6. Semester – Dozent: Prof. Dr. Thomas Winckler
  • Bültjer, U.: Lexikon der Kräuter & Gewürze, 2. Auflage, Bassermann Verlag, 2015
  • Fleischhauer, S.; Gutmann, J.; Spiegelberger, R.: Essbare Wildpflanzen, 18. Auflage, AT-Verlag, 2016

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